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UBB RÜCKBLICK
Am 29. März 1985 wurde der Verein UBB mit 36 Mitglieder gegründet. Wenn wir rückblickend an die Jahre 1984/85 und die Wahlen in den vorhergehenden Jahren denken, scheint es fast nicht möglich, was sich da alles verändert hat. Wer nicht Mitglied der SVP war, wurde über wichtige Geschäfte erst an der Gemeindeversammlung orientiert und musste die Meinungsbildung innerhalb weniger Minuten machen, um anschliessend bereits zu entscheiden.
In der Presse erschienen keine Artikel über Verhandlungen im Gemeinderat und es gab keine Botschaft vor den Gemeindeversammlungen.
Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger hatten erst nach der Gründung der UBB die Möglichkeit, sich an Orientierungsveranstaltungen, Mitwirkungsverfahren u.a. zu beteiligen und somit wurde eine echte Meinungsbildung während einigen Wochen oder Tagen vor der Gemeindeversammlung möglich.

Bei Wahlen gab es zwei Varianten:
1. Die SVP stellte so viele Kandidaten auf, wie Sitze zu besetzen waren. Wurden keine anderen Vorschläge eingereicht, waren die SVP-Kandidaten in stiller Wahl gewählt.
2. Stellte eine „wilde“ Gruppe Kandidaten auf, gab es zwar Wahlen, aber wegen des Majorzwahlsystems hatten Leute ohne Minderheitenschutz absolut keine Chance.

Auf einem Flugblatt der SVP für die Wahlen vom 1. und 2. Dezember 1984, war unter anderem folgendes zu lesen:
“Es war bei uns bisher nicht üblich den Wahlkampf mit Flugblättern zu führen. Wenn das aber nun von einer kritischen Bürgergruppe, die bis heute eher destruktiv anstatt konstruktiv gewirkt hat, für nötig gefunden wird, machen wir auch mit.“

Glücklicherweise können wir heute mit Genugtuung feststellen, dass sich sehr viele Forderungen von damals dank unserer Hartnäckigkeit durchgesetzt haben und wir deshalb bei einzelnen, ehemaligen Anliegen mit Schmunzeln feststellen können: „Das ist Schnee von gestern“.
Einige „Unzufriedene“ sassen damals zusammen und berieten, wie diesem Zustand entgegengewirkt werden könnte. Schliesslich setzte sich die Überzeugung durch, dass ein Verein gegründet werden müsse, um gegen Ungerechtigkeiten geschlossen auftreten zu können.
Ich möchte nachstehend einzelne Ausschnitte aus unseren ersten Flugblättern in Erinnerung rufen:
· Unser Hauptanliegen ist eine möglichst vielseitige und umfassende Information der Beatenberger.
· Damit in Zukunft echte, lebhafte Gemeindewahlen stattfinden, werden wir auch Kandidaten stellen.
· Wir sind der Meinung, dass auch Beatenberg im Interesse einer ausgewogenen Demokratie und vorurteilslosen Meinungsbildung mehr als nur eine „Partei“ benötigt.
· Wir erwarten bei wichtigen Geschäften Orientierungsveranstaltungen und Vernehmlassungen, damit alle Interessierten echt mitwirken können.
· Wir gründeten einen Verein und nicht eine Partei, weil wir nicht Beatenberger ausschliessen wollten, die eine Änderung im Dorf begrüssen, aber das Leitbild einer Landespartei nicht unterstützen können.
· Dass wir nicht einseitige Meinungen vertreten, beweist schon die Tatsache, dass sich die 36 Gründungsmitglieder aus „Parteilosen“ und Angehörigen dreier verschiedener Landesparteien rekrutieren.

Nachfolgend werden einzelne Aktivitäten und Vorstösse erwähnt, die von uns an die Hand genommen wurden:
· Einreichen einer Gemeindeinitiative für Tempobeschränkung 40 im Dorf
· Stellungnahme zum geplanten Verwaltungsgebäude
· Einreichen einer Gemeindeinitiative, damit die Öffentlichkeit über die geplante
  Strassenverbreiterung im Dorf orientiert und eine Konsultativabstimmung
  durchgeführt wird
· Flugblatt für das Vorstellen zweier Kandidaten für das Amt des Gemeindekassieres
· Erfolg bei den ersten Wahlen am 7. Dezember 86: In allen Kommissionen und im
  Gemeinderat sind 2 Sitze durch die UBB belegt worden und die Kandidaten erzielten
  über 37% aller Stimmen
· Div. Abklärungen, um Urnenabstimmungen zu ermöglichen
· Vernehmlassung zum Reglement für das Wahlverfahren
· Mitwirkung Überbauungsordnung „Hotel Beatenberg“
· Entwicklungskonzept Beatenberg
· Früh- und Spätkurse mit öffentlichem Verkehrsmittel nach Beatenberg
· Eingabe zum Zielbereich des Leitbildes Beatenberg
· Teilweise turbulente Wahlen im Dezember 1990.
  Für die Gemeinderatskandidaten der UBB stimmten 48,4 % der Urnengänger
· Vergeben eines Umweltpreises
· Mitwirkung bei der Revision des Organisations- und Wahlreglementes
· Mitwirkung bei der Ortsplanung
· Mitwirkung beim Ortspolizeireglement
· Antrag an Gemeinderat: Orientierung der Kommissionsmitglieder über
  Aufgaben, Rechte und Pflichten
· „Rügen“ und Verbesserungsvorschläge von Kommissionsmitglieder aus der
  Volkswirtschafts- und Finanzkommission
· Mitwirkung beim Parkplatzreglement
· Mitwirkung bei der Schulreorganisation
· Mitwirkung beim Gebührenreglement
· Erstellung eines Kräutergartens beim Parkplatz Waldegg
· Beratung und Beschlussfassung mit SVP und SP, das Amt des
  Vizegemeindepräsidenten vakant zu lassen
· Wahlerfolg im November 2002
  Alle 3 Kandidaten des Wahlbündnisses UBB/SP wurden gewählt.
  Absoluter Höhepunkt:
  Mit der Wahl von Verena Moser als Gemeindepräsidentin erreichten wir die
  Mehrheit im Gemeinderat!
- Wahlen 2006
  Im Gemeinderat werden weiterhin 2 Sitze besetzt.
  Verena Moser bleibt für weitere 4 Jahre Gemeindepräsidentin.

Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass die gewählten Mitglieder in allen Kommissionen und speziell im Gemeinderat, unzählige Beschlüsse entscheidend beeinflusst haben. Es ist unmöglich, all die Anregungen und Anträge zu rekonstruieren, die an den vielen Sitzungen, Begehungen, Besprechungen und Versammlungen durch die Vertreterinnen und Vertreter der UBB eingebracht wurden.


Weil Eigenruhm stinkt, folgt noch eine kurze Selbstkritik:
Leider sind mehrere wichtige Geschäfte (z.B. Schule, Hallenbad u.a.) nicht rechtzeitig an der Basis diskutiert worden. Die Informationen kommen, wenn überhaupt, zu spät an die Versammlungen. Für die Meinungsbildung und eine möglichst breite Abstützung wäre dieser Prozess für die Behördenmitglieder wichtig und hilfreich gewesen.
Enttäuschend ist, dass die Kommissionsmitglieder nicht regelmässig an den UBB- Versammlungen teilnehmen.
Sehr schade ist, dass es dem Verein bisher nicht gelungen ist, eine stattliche Anzahl neue, junge Mitglieder zu gewinnen.

Im Rückblick dürfen wir aber mit Stolz feststellen, dass dank des Vereins UBB das politische Leben in Beatenberg komplett verändert wurde.
Wir nehmen heute vieles als selbstverständlich, was vor Jahren hart erkämpft werden musste. Dank dem Verein UBB werden jetzt mehrere Interessen vertreten und die SVP muss ihre Entscheidungen gut überlegen, sonst steigen wir auf die Barrikaden, was auch umgekehrt gilt und dem Allgemeinwohl der Gemeinde nur dienlich ist.
Die UBB ist ein nicht mehr wegzudenkender Verein für Beatenberg geworden und muss es auch bleiben.

Ich wünsche dem Verein unabhängige Bürgerinnen und Bürgern UBB aktive Vorstands- und Vereinsmitglieder, weitsichtige Ideen und erfolgreiches Durchsetzungsvermögen.

Ein überzeugter UBB'ler Fritz Bieri, Sunnmatt

 
   
updated 12.05.2011